Lasik Flap

Der Flap beim Augelasern: Kleine Tür zum Sehfehler

Bei dem so genannten Flap, welcher bei einem Lasik-Eingriff entsteht, handelt es sich um eine äußerst dünne Lamelle, die in der refraktiven Chirurgie – genau genommen beim Lasik–Verfahren und einigen Methoden, die auf diesem aufbauen: Etwa die Wavefront und Zyoptix Lasik – einseitig von der Hornhaut gelöst wird.

In Folge dessen kann der Flap, der je nach Hornhautbeschaffenheit etwa 130 bis 160 Mikrometer dick ist, gemeinsam mit dem schmerzempfindlichen Epithel zur Seite geklappt werden, um eine direkte Korrektur des darunter liegenden, fehlerhaften Hornhautgewebes zu ermöglichen. Nach dem Eingriff wird der Flap beim Lasik samt dem Epithel wieder zurück geklappt. Das feine Gewebe verheilt sehr schnell und schmerzlos.

Innerhalb von rund zwei Tagen ist die gelöste Lamelle wieder grob mit der Oberfläche verwachsen. Der gesamte Heilungsprozess der behandelten Hornhaut dauert jedoch einige Wochen bis Monate, verläuft aber in der Regel schmerzlos. Aufgrund des speziellen Verfahrens und des schnellen Heilungsprozesses, hat der Patient – bei einer erfolgreichen Behandlung – bereits am nächsten Tag wieder freie Sicht.

Der Einschnitt in die Hornhaut wird, bei ausreichender Hornhautdicke, entweder mit einem Hornhauthobel (Mikrokeratom) oder - bei der Femto-Lasik - mit einem Femto-Sekundenlaser vorgenommen. Natürlich gehen dem einige Untersuchungen zur Bestimmung der Hornhautdicke und -Beschaffenheit voraus. Durch das Lasik Flap Verfahren können Fehlsichtigkeiten von -10 bis zu +4 Dioptrien korrigiert werden.

Doch gerade der Flap stellt bei der Lasik eines der größten Risiken dar – und das während sowie nach der OP. Im Normalfall wird die Lamelle nach dem Eingriff wieder sorgfältig positioniert, so dass sie verheilen kann. Doch in seltenen Fällen wird die Schnittstelle noch während des Eingriffs regelrecht vom Epithel überwuchert, oder es wächst später in den entstandenen Flapspalt hinein. Letzteres stellt eine behandelbare Komplikation dar, da der Flap noch sieben Jahre nach der Lasik ablösbar ist. Ersterer Fall stellt ein größeres Problem dar, da das Epithel zwar stabil ist, es aber dennoch bei der Korrektur zu Reibungen und Schädigungen des Gewebes kommen könnte.

Komplikationen können aber auch noch Jahre nach dem Eingriff eintreten. Etwa kann häufiges Augenreiben oder auch das Tragen von Kontaktlinsen das verwachsene Gewebe abnutzen und zu einer Lösung des Flaps führen. Besonders häufig treten jedoch Probleme nach Sportverletzungen oder Unfällen auf, die das Gesicht mit einbezogen. Entsprechende Schädigungen können nur durch eine schnellstmögliche Behandlung wieder korrigiert werden.

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Refraktive Chirurgie